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Kleine Flaggenkunde rund um die Welt

Quelle: Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Fahne und einer Flagge? Die Fahne (von mittelhochdeutsch: "fane") hat ihre Wurzeln bereits im Altertum und diente zunächst als Stammes- und Feldzeichen. Im Mittelalter diente die Fahne vor allem als Erkennungszeichen für Soldaten oder bestimmte Truppenteile. Dabei handelt es sich um ein Stück Tuch, welches fest mit dem Fahnenmast verbunden ist.

Eine Flagge dient für gewöhnlich zur visuellen Übertragung von Informationen. Die heutigen Nationalflaggen haben ihren Ursprung in der Seefahrt des Mittelalters. Die großen im Wind wehenden Stofftücher sollten dafür sorgen, dass Kriegs- und Handelsschiffe schon von weitem identifiziert werden konnten. Mit der Französischen Revolution (1789-1799) gewannen Flaggen auch für die Menschen auf dem Festland eine größere Bedeutung. Diese wurden zunehmend zu einem Symbol für nationale oder politische Zugehörigkeiten. 

Die Flaggen der Welt. (Quelle: Pixabay)

Die älteste bekannte Nationalflagge der Welt ist der "Dannebrog", der bereits seit 1370 in Dänemark im Einsatz sein soll. Seit 1572 ist die heutige Nationalflagge der Niederlande im Einsatz. Die Flagge von Nepal wird seit 1743 verwendet und ist übrigens die einzige Nationalflagge der Welt, die kein Viereck ist. Neben den Nationalflaggen als Symbole des jeweiligen Staates sind heute auch Handelsflaggen in Gebrauch, die von Handelsschiffen gehisst werden. Im Gegensatz dazu wird die sogenannte Seekriegsflagge von Kriegsschiffen verwendet.

"Alle Gedanken sind vorwärts gerichtet, wie Flaggen und Wimpel; nur ein Trauriger steht rückwärts gewendet am Mast."

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher

Seit Ende der 1950er-Jahren gilt die Vexillologie als eigenständige Wissenschaft und wurde vom US-Amerikaner Whitney Smith (1940-2016) begründet. Davor zählte die Forschung über Flaggen als Teil der Heraldik (Wappenkunde). Diese bezeichnet heute die Lehre von den Wappen und ihrem richtigen Gebrauch. Die Wappenkunde beschäftigt sich unter anderem mit der historischen Entwicklung der Wappen und der Bedeutung der Symbole auf den Wappen. Zudem zählt die Heraldik zu den historischen Hilfswissenschaften. Ihr wissenschaftlicher Begründer im deutschsprachigen Raum ist der lutherische Theologe Philipp Jacob Spenner (1635-1705).

Auf dieser Seite sollen die Geschichte und die Bedeutung einiger bekannten Flaggen erklärt werden. Die Seite wird sporadisch und in unregelmäßigen Abständen ergänzt und aktualisiert. Es besteht allerdings kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Äthiopien (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Symbol eines Kontinents: Die panafrikanischen Farben

Die panafrikanischen Farben Grün, Gelb und Rot und werden in vielen afrikanischen Nationalflaggen verwendet. Daneben wird oftmals auch die Farbe Schwarz verwendet, die zu den klassischen Farben der Back-To-Africa-Bewegung verwendet wird. Als Vorbild für die panafrikanischen Farben gilt die Flagge von Äthiopien, dem heute ältesten Staat in Afrika. Die Bedeutung der Farben im Überblick:

  • Grün steht für die Fruchtbarkeit der Erde des Landes.
  • Gelb steht für die Liebe zum Mutterland.
  • Rot steht für Kraft und erinnert an das Blut, das im Kampf gegen die Unterdrücker vergossen wurde.
Palästina (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixaby)

Symbol eines Kulturkreises: Die panarabischen Farben

Weiß, Schwarz, Grün und Rot sind die panarabischen Farben, die von den meisten arabischen Staaten in den jeweiligen Nationalflaggen verwendet werden. Sie gehen ursprünglich auf die Flagge der Arabischen Revolte (1916-1918) zurück, die von Hussein ibn Ali, dem ersten Herrscher des Königreiches Hedschas eingeführt wurde. Demnach stehen die Farben Schwarz und Weiß für den Propheten Mohammed. Grün gilt als seine Lieblingsfarbe und Symbol des Islam.

Russland (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Symbol einer ethnischen Gruppe: Die panslawischen Farben

Auf dem Prager Slawenkongress im Juni 1848 die russischen Farben Weiß-Blau-Rot zu den panslawischen Farben erklärt. Ursprünglich wurden diese Farben ausgewählt, um eine Zusammengehörigkeit der slawischen Völker im Sinne des Panslawismus auszudrücken. Heute werden die Farben in der meisten Staaten mit slawischsprachiger Bevölkerungsmehrheit verwendet. 

In Kroatien wurde die heutige Nationalflagge wurde am 22. Dezember 1990 eingeführt. Die traditionellen Farben des Landes sind Rot und Weiß, die sich vom Wappenschild des Balkanstaates ableiten. Das typische Wappen Kroatiens - der schachbrettartig in Weiß und Rot aufgeteilte Wappenschild - stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es geht wahrscheinlich auf den römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. (1468-1519) zurück, der 1491 den Titel des Königs von Ungarn und seiner Nebenländer erhielt. Seit 1990 trägt es zudem eine Wappenkrone, deren kleine Schilde die verschiedenen geographischen Regionen Kroatiens symbolisieren.

Die ursprüngliche Flagge von Russland hat ihr Vorbild in der Nationalflagge der Niederlande. Ihren Ursprung hat sie in einer Europareise von Zar Peter I. dem Großen von Russland (1682-1725). Zunächst die drei Farben auch als Symbol für die drei staatstragenden ostslawischen Völker im russischen Zarenreich gedeutet: Weiß für die "Weißrussen", Blau für die "Kleinrussen" und Rot für die "Großrussen". Andere Quellen interpretierten die weiße Farbe als Symbol der Freiheit, die blaue als Hinweis auf die Gottesmutter und die rote als Symbol der Macht der Zaren.

Die heutige Flagge von Serbien wurde am 17. August 2004 eingeführt. Das serbische Wappen stammt in seiner heutigen Form aus dem 19. Jahrhundert, seine Wurzeln hat es jedoch im frühen Mittelalter. Der Doppeladler geht jedoch auf das Byzantinische Reich zurück und trägt ein rotes Brustschild mit einem weißen Kreuz. In den Ecken des Kreuzes je ein Feuerstahl. Dieses Brustschild ist ebenfalls ein sehr altes serbisches Symbol. Es geht auf das letzte byzantinische Herrschergeschlecht - die Palaiologen - zurück.

Serbien (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

In der Slowakei wurde die heutige Nationalflagge mit der Unabhängigkeit am 1. Januar 1993 eingeführt. Neben den drei slawischen Farben wird sie durch das slowakische Wappen ergänzt. Es zeigt einen frühgotischen, abgerundeten Schild in Rot mit einem weißen Doppelkreuz auf einem blauen Dreiberg. Es geht auf das historische Wappen von Oberungarn zurück, und erinnert an die frühere Zugehörigkeit der Slowakei zum Königreich Ungarn. Der Dreiberg steht für die slowakischen Gebirge Tatra, Matra und Fatra.

Slowakei (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Die Flagge Sloweniens wurde in ihrer heutigen Form am 20. Juli 1994 angenommen. Das Nationalwappen wurde vom Bildhauer Marko Pogačnik entworfen. Es zeigt in stilisierter Form die Natur des Landes. Die drei Gipfel stellen die Bergspitzen des Berges die Bergspitzen für den Triglav in den Julischen Alpen (Dreizack) - den höchsten Berges des Landes - dar. Die beiden blauen Wellenlinien stehen für die Flüsse Drau und Save sowie für die Küste des Adriatischen Meeres. Die drei sechszackigen gelben Sterne über dem Triglav stammen aus dem Wappen der Stadt Celje. Sie stehen auch für die historisch bedeutsamen Jahreszahlen 1918 (Unabhängigkeit von Österreich-Ungarn), 1945 (Unabhängigkeit vom Deutschen Reich) und 1991 (Unabhängigkeit von Jugoslawien).

Die Flagge von Tschechien wurde bereits am 30. März 1920 als Nationalflagge der damaligen Tschechoslowakei eingeführt. Sie zeigt zwei waagerechte Streifen in Weiß und Rot und am Mast ein blaues gleichschenkliges Dreieck. Die Farben Weiß und Rot gehen auf die traditionelle Flagge von Böhmen zurück. Das blaue Dreieck steht heute für Mähren und sollte früher die Slowakei repräsentieren.

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Deutschland (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Schwarz-Rot-Gold: Die deutschen Farben

Die heutige deutsche Bundesflagge ist im Artikel 22 des deutschen Grundgesetzes festgelegt. In Absatz 2 heißt es demnach: "Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold." Diese wird auch als Handelsflagge verwendet. Daneben existieren die Bundesdienstflagge für Bundesbehörden, eine Dienstflagge der Seestreitkräfte und eine Truppenfahne der Bundeswehr.

Der Ursprung von Schwarz-Rot-Gold ist allerdings bis heute nicht endgültig geklärt. Eine Theorie besagt, dass die deutschen Farben auf die Zeit der Befreiungskriege von 1813 bis 1815 zurückzuführen seien. Sie entstammen demnach den Uniformen des Lützowschen Freikorps, einer Einheit des preußischen Heeres unter Führung von Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834). Die Truppe trug schwarze Uniformen mit roten Vorstößen und goldfarbenen Messingknöpfen. Eine weitere - allerdings umstrittene - Theorie kautet, dass der als "Turnvater" bekannte Friedrich Ludwig Jahn im Jahr 1812 eine schwarz-rot-goldene Fahne entworfen haben soll.

Das Bundesinnenministerium geht allerdings laut seinem Inlandsprotokoll davon aus, dass die "Allgemeine deutsche Burschenschaft" - welche 1818 in Jena gegründet wurde - diese Farben für sich wählte. Dabei soll die Urburschenschaft davon ausgegangen sein, dass es sich dabei um die Farben des alten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehandelt haben soll. Das Ziel der Studenten waren allerdings auch Freiheitsrechte und politische Mitbestimmung. Beim Hambacher Fest 1832 wurde die schwarz-rot-goldene Fahne erstmals (auch) in der heutigen Form geführt und wurde das Symbol für eine deutsche Republik.

Noch vor der eigentlichen Märzrevolution 1848 erklärte der Deutsche Bundestag die Farben zu den offiziellen Bundesfarben. Die Frankfurter Nationalversammlung folgte dem mit einem Reichsgesetz betreffend die Einführung einer deutschen Kriegs- und Handelsflagge vom 12. November 1848. Nach Niederschlagung der Revolution wurden die Farben aus dem öffentlichen Leben zunächst verbannt.

Erst die Weimarer Republik erklärte Schwarz-Rot-Gold in der Verfassung vom 11. August 1919 zu Reichsfarben.  Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) entschieden sich beide deutschen Staaten wieder für Schwarz-Rot-Gold als Nationalfarben. Im Jahr 1959 beschloss die DDR, ihre Flagge mittig durch das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz zu ergänzen. Seit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 gelten diese Farben wieder für das ganze Land.

Die Flagge der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zeigte ebenfalls die Farben Schwarz-Rot-Gold.  1959 wurde sie jedoch durch das Staatswappen der DDR mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz ergänzt. Der Hammer symbolisiert die Arbeiterklasse, der Ährenkranz die Klasse der Bauern und der Zirkel die soziale Schicht der "Intelligenz" (Akademiker). An öffentlichen Gebäuden, zu offiziellen Veranstaltungen und an staatlichen Feiertagen wurde neben der DDR-Flagge oft auch noch die Rote Fahne der Arbeiterbewegung gehisst.

Deutsche Demokratische Republik (DDR) (Quelle: Bild von Chickenonline auf Pixabay)

Die Beflaggungstage an öffentlichen Gebäuden sind im Erlass der Bundesregierung über die Beflaggung der Dienstgebäude des Bundes vom 22. März 2005 geregelt.

Weitere deutsche Flaggen

Mit der Gründung des Deutschen Reichs im Januar 1871 wurde Schwarz-Weiß-Rot in der Kaiserzeit zur Nationalflagge Deutschlands erklärt. Die Farben Schwarz und Weiß entsprechen demnach den Farben Preußens, während Rot für die Hansestädte steht. Im "Dritten Reich" war die sogenannte "Hakenkreuzflagge" die Nationalflagge Deutschlands. 

Die Wirmer-Flagge ist ein Entwurf Josef Wirmers, einem Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Sie sollte gemäß seiner Idee nach dem Attentat gegen Hitler und der Machtübernahme durch die Verschwörer die neue Flagge Deutschlands werden. Heute wird sie jedoch vor allem von rechtsextremen und -populistischen Gruppierungen verwendet.

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Flaggen ehemaliger deutscher Einzelstaaten

Der Föderalismus in Deutschland ist historisch gewachsen. So reicht die föderale Tradition bereits bis in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zurück. Allein im Jahr 1792 wurden über 300 teils winzige Territorien gezählt. Die heutigen Bundesländer haben oftmals ihre Wurzeln in den ehemaligen deutschen Teilstaaten.

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Flaggen der ehemaligen deutschen Kolonien

Die deutschen Kolonien wurden vom Deutschen Reich seit den 1880er-Jahren erworben und nach dem Ersten Weltkrieg gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 abgetreten. Der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1871-1890) nannte sie "Schutzgebiete", weil er in ihnen den deutschen Handel schützen wollte. Die deutschen Kolonien waren 1914 das an Fläche drittgrößte Kolonialreich nach Großbritannien und Frankreich. Damit lag es gemessen an der Bevölkerungszahl an vierter Stelle nach den niederländischen Kolonien. Zudem waren die deutschen Kolonien waren kein Bestandteil des Reichsgebiets, sondern überseeischer Besitz des Reiches.

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Handels- und Dienstflaggen in Deutschland

Eine Handelsflagge wird meist von Handelsschiffen oder Schiffen im Privatbesitz als Ersatz für die Nationalflagge gehisst. Eine veraltete Bezeichnung ist auch die "Kauffahrtflagge". Bei einer Kriegsflagge handelt es sich um eine Version der Nationalflagge, die von den Landstreitkräften oder vom Militär insgesamt verwendet wird.

Eine Seekriegsflagge wird von Marineschiffen als Nationalflagge gehisst. Zusätzlich zur Kriegsflagge führen militärische Schiffe im Hafen meist auch eine Gösch. Deren Gestaltung ist oft von der Kriegsflagge abgeleitet, kann aber vereinfacht sein oder ein anderes Seitenverhältnis haben.

Die Bundesdienstflagge wurde durch  die "Anordnung über die deutschen Flaggen" (FlaggAO) vom 7. Juni 1950 bestimmt und ist den deutschen Bundesbehörden vorbehalten. Sie zeigt neben den deutschen Nationalfarben den Bundesschild. Zudem wurde mit Anordnung vom 25. Mai 1956 eine eigene Dienstflagge für die Bundesmarine eingeführt. Zudem wurde durch eine Anordnung des Alliierten Kontrollrats im Kontrollratsgesetz Nr. 39 vom 12. November 1946 die internationale Signalflagge des Buchstabens "C" als Erkennungsflagge für die deutschen Handelsschiffe festgelegt.

Die Kaiserliche Kriegsflagge war bis 1892 die offizielle Seekriegsflagge der Kaiserlichen Marine, danach unter der Bezeichnung "Reichskriegsflagge" die Kriegsflagge der Streitkräfte des Deutschen Reiches bis 1921. Die teilweise davon abgeleiteten Flagge-Versionen in der Weimarer Republik sowie die Flaggen in der Zeit des Nationalsozialismus werden ebenfalls als Reichskriegsflaggen bezeichnet.

Politische Standarten in Deutschland

Standarten sind Hoheitszeichen eines Staatsoberhaupts, eines Regierungschefs, der Spitzen anderer Staatsorgane oder der Streitkräfte und diplomatischen Vertreter eines Staates. Sie zeigen der Öffentlichkeit an, wo sich diese Person befindet und dürfen somit nicht von jedermann genutzt werden.

Weitere deutsche Flaggen

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Politische Parteien in Deutschland

Die politischen Parteien in Deutschland sind auf der Basis des Parteienprivilegs wegen ihrer besonderen Bedeutung für das politische System der Bundesrepublik Deutschland mit einer erhöhten Schutz- und Bestandsgarantie ausgestattet (Parteiendemokratie). Die politische Rolle der Parteien wird in Artikel 21 des Grundgesetzes geregelt.

Nationale Minderheiten in Deutschland

In Deutschland gibt es mehrere anerkannte nationale Minderheiten, deren Kultur und Sprache unter besonderem Schutz stehen und einen besonderen rechtlichen Status besitzen. Während sich die Siedlungsgebiete der Dänen, Friesen und Sorben auf bestimmte Regionen beschränken, leben die Sinti und Roma in kleinen Gruppen in ganz Deutschland verteilt. Darüber hinaus steht auch das  Niederdeutsch als Regionalsprache unter diesem Schutz.

Deutsche Minderheiten im Ausland

Zudem leben zahlreiche deutschsprachige Minderheiten im Ausland. Diese ethnischen Minderheiten entstanden in den vergangenen Jahrhunderten unter anderem durch die hochmittelalterliche Ostsiedlung, durch gezielte Auswanderungsbewegungen, durch religiös oder politisch motivierte Flüchtlingsströme sowie durch Grenzverschiebungen und Vertreibungen nach Kriegen - vor allem den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert. 

Zu den bekanntesten deutschsprachigen Minderheiten gehören heute unter anderem die Minderheit in Belgien, die deutschen Nordschleswiger im südlichen Dänemark, die deutsche Minderheit in Südtirol, die Karpatendeutschen, die Siebenbürger Sachsen in Rumänien sowie die Sudetendeutschen und die Wolgadeutschen.

Berlin (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Deutsche Bundesländer: Von Bären und Löwen

Die Landesflagge von Baden-Württemberg  wurde 1952 eingeführt. Die Farben Schwarz und Gold setzen sich Schwarz und Gold zusammen. Dabei repräsentiert Schwarz die Landesteile Württemberg und Hohenzollern, Gold steht für Baden. Die Landesdienstflagge ist zudem mit großem oder kleinem Wappenschild versehen. Der Wappenschild von Baden-Württemberg zeigt drei schwarze Löwen auf Gold, die für das Wappen des alten Herzogtums Schwaben (746-1290) stehen. Das große Wappen zeigt zusätzlich zum Wappenschild zwei Schildhalter auf einem Podest, und die Wappenkrone zeigt sechs kleine Wappenschilde. Diese stehen für folgende Länder: Franken, Hohenzollern, Baden, Württemberg, Pfalz und Österreich. Sie sind Platzhalter für Territorien des heutigen Bundeslandes, die früher einmal zu dem einen oder anderen aufgeführten Land gehörten.

In Bayern gelten Weiß und Blau als Farben des ehemaligen bayerischen Herrschergeschlechts der Wittelsbacher. Heute bedient sich der Freistaat zweier Flaggen: Der Streifen- und der Rautenflagge.

Die Flagge von Berlin mit den Flaggen Weiß und Rot zeigt in der Mitte den Berliner Bären. Die Farben gehen auf die Farben Brandenburgs (Rot und Weiß) zurück. Der Bär gilt seit etwa 1280 als Wappentier der Stadt. Die Flagge von Brandenburg besteht aus einer rot-weißen Bikolore und trägt das Wappen Brandenburgs. Dabei entsprecht die Farbgebung dem historischen märkischen Adler.

Die Freie Hansestadt Bremen führt eine Landesflagge mit acht abwechselnd roten und weißen Streifen. Nahe am Mast zeigt die Flagge einen senkrechten Streifen mit einer umgekehrten Farbreihenfolge, so dass ein zweireihiges Schachbrettmuster entsteht. Die Staatsflagge enthält in der Mitte das Bremer Wappen in der Form des Flaggenwappens mit Schlüssel und drei Löwen. Das Symbol des Schlüssels geht auf das Siegel der Stadt von 1366 zurück, als in das neue Siegel, neben einem Abbild des Kaisers, eine Darstellung des Heiligen Petrus mit dem Schlüssel aufgenommen wurde.

Die Landesflagge von Hamburg zeigt eine weiße Burg auf einem roten Grund. Seit 1897 gibt e zudem eine Staatsflagge: Sie ist dem Senat als Staatsoberhaupt vorbehalten und zeigt das große Staatswappen auf einem weißen Rechteck auf rotem Grund.

In Hessen geht die Landesflagge auf die   rot-weiße bzw. weiß-rote Bikoloren der Hessischen Landgrafschaften zurück. Ergänzt wird sie durch das Landeswappen: Es zeigt im blauen Schilde einen von Rot und Silber geteilten, golden bewehrten Bunten Löwen der Ludowinger.

Die Flagge von Mecklenburg-Vorpommern kombiniert die Farben der beiden Mecklenburg (blau-gelb-rot) und der Preußische Provinz Pommern (blau-weiß). Das kleine Wappen zeigt einen gespaltenen Schild mit einem schwarzen Stierkopf auf goldenem Grund und einem roten Greifen auf silbernem Grund. Das große Wappen zeigt einen gevierteilten Schild, im ersten und vierten Feld die Heraldik von Mecklenburg, im zweiten die von Pommern, und im dritten die von Brandenburg (roter Adler auf Silber).

Die heutige Landesflagge von Niedersachsen wurde 1951 eingeführt. Sie zeigt die deutschen Bundesfarben Schwarz-Rot-Gold mit dem Landeswappen, dem sogenannten "Sachsenross". Die Flagge von Nordrhein-Westfalen wurde 1953 im Landesgesetz über die Landesfarben, das Landeswappen und die Landesflagge festgelegt. Sie ist eine +eine Kombination aus den Farben der preußischen Provinzen Rheinland (grün-weiß) und Westfalen (weiß-rot). Das Landeswappen zeigt die heraldischen Symbole für die Landesteile Rheinland (weiße Wellenlinie auf grünem Grund), Westfalen (weißes Pferd auf rotem Grund) und Lippe-Detmold (rote Rose auf weißem Grund).

Die Landesflagge von Rheinland-Pfalz wurde 1948 eingeführt. Sie entspricht der Bundeflagge und wird im linken oberen Eck durch das Landeswappen ergänzt. Es zeigt die heraldischen Symbole der Landesteile, das ehemalige Kurfürstentum Trier (rotes Kreuz auf weißem Grund), das ehemalige Kurfürstentum Mainz (weißes Rad auf rotem Grund) und die Pfalz (goldener Löwe auf schwarzem Grund). Auf dem Wappenschild die "Volkskrone".

Die Landesflagge des Saarlandes besteht aus der Bundesflagge, darauf in der Mitte, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen übergreifend, das Landeswappen des Saarlandes. Es zeigt die heraldischen Symbole ehemaliger Landesteile: Grafschaft Saarbrücken - Commercy (weißer Löwe auf hellblauem Grund mit weißen Fußspitztatzenkreuzen),  Kurfürstentum Trier (rotes geschliffene Balkenkreuz auf silbernem Grund), Herzogtum Lothringen (roter Schrägbalken mit drei gestümmelten silbernen Adlern – Alérions genannt – auf goldenem Grund) und Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (goldener Löwe auf schwarzem Grund).

Die Flagge von Sachsen besteht aus einer waagerecht geteilten weiß-grünen Bikolore. Sie geht auf das Jahr 1815 zurück und wurde am 3. Oktober 1990 mit der Neugründung wieder eingeführt. Die Dienstflagge trägt zusätzlich das Wappen des Freistaates. Es wurde um 1180 entworfen, als die Askanier, Markgrafen von Brandenburg und Grafen von Ballenstedt zu den Herzögen von Sachsen wurden: Über das Ballenstedter Wappen wurde ein grüner Rautenkranz gelegt. Schwarz und Gold waren die Farben des Reiches. Die Flagge von Sachsen-Anhalt besteht aus einer schwarz-gelben Bikolore und trägt das Landeswappen in der Mitte. Dabei haben die Landesfarben ihren Ursprung im sächsischen Wappenschild des Mittelalters. 

Die Flagge von Schleswig-Holstein ist eine längsgestreifte blau-weiß-rote Trikolore. Sie wird mindestens seit dem 19. Jahrhundert als nationales Symbol gebraucht, erhielt aber erst mit dem Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Schleswig-Holstein vom 18. Januar 1957 offiziellen Charakter. Das Landeswappen des norddeutschen Bundeslandes soll die Verbundenheit der beiden Landesteile Schleswig und Holstein ausdrücken. Das Wappen des Herzogtums Schleswig waren zwei blaue Löwen auf gelbem Grunde, während das Herzogtum Holstein das silberne Holsteiner Nesselblatt auf rotem Grund im Wappen trug.

Die Flagge des Freistaates Thüringen besteht aus einer weiß-roten Bikolore. Dabei trägt die Landesdienstflagge zusätzlich das Landeswappen in der Mitte. Das Wappen zeigt einen rot-weiß gestreiften Löwen auf blauem Schild, umgeben von acht weißen sechszackigen Sternen. Die Farben gehen auf den Löwen im Wappen der Landgrafschaft Thüringen des 12. und 13. Jahrhunderts zurück, aus der das Land letztlich hervorging. Das thüringische Landeswappen ähnelt zudem stark dem Landeswappen von Hessen.

Ehemalige Bundesländer in Deutschland

Das Land Baden wurde am 1. Dezember 1945 aus dem Süd-Teil der früheren Republik Baden gegründet. Bis zum 2. Dezember 1946 trug es die offizielle Bezeichnung "Südbaden". Die Hauptstadt des Landes war Freiburg im Breisgau. Es umfasste eine Fläche von 9.646 km² und hatte etwa 1,3 Millionen Einwohner und war zunächst Teil der Französischen Besatzungszone. Im Jahr 1949 wurde Baden ein eigenständiges Bundesland der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland wurde. Staatspräsident des Landes war Leo Wohleb (1947-1952). Drei Jahre später - im Jahre 1952 - wurde Baden ein Teil des neuen Südweststaates Baden-Württemberg.

Das ehemalige Bundesland Württemberg-Baden entstand am 19. September 1945 als Teil der US-amerikanischen Besatzungszone und setzte sich aus den nördlichen Teilen der ehemaligen Länder Baden und Württemberg zusammen. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 wurde ein eigenständiges Bundesland. Hauptstadt Württemberg-Badens war Stuttgart. Es hatte mehr als 3,5 Millionen Einwohner und umfasste eine Fläche von 15.700 km². Ministerpräsident des Landes war Reinhold Maier (1945-1952). Im Jahre 1952 wurde es Teil des neuen Südweststaates Baden-Württemberg.

Das Bundesland Württemberg-Hohenzollern entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in der Französischen Besatzungszone. Es setzte sich aus dem Freien Volksstaat Württemberg sowie den zu Preußen gehörenden Hohenzollernschen Landen zusammen. Die Landeshauptstadt war Tübingen, der Landtag hatte seinen Sitz im ehemaligen Kloster Babenhausen. Das Bundesland hatte etwa eine Million Einwohner und umfasste eine Fläche von 10.406 km². Die früheren Grenzen des Landes sind seit einer Kreisreform von 1973 nicht mehr erkennbar. Am 25. April 1952 ging es im heutigen Baden-Württemberg auf.

Kurzinfo: Ost-Berlin

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete der OstteilGroß-Berlins den sowjetischen Sektor. Er bildete zunächst das Verwaltungszentrum der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). 1949 wurde Ost-Berlin faktisch zur Hauptstadt der DDR. Völkerrechtlich blieb der Ost-Tteil der Stadt jedoch Teil der Viersektorenstadt und damit unter alliierter Verwaltung.

Nach dem Viermächteabkommen für Berlin wurde Ost-Berlin - abgesehen von einigen alliierten Vorbehaltsrechten - de facto vollständig in die DDR integriert. Das Zentrum der Stadt bildete der Alexanderplatz mit dem Fernsehturm als markantes Wahrzeichen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde es ein Teil des Bundeslandes Berlin.

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Regionale und Städteflaggen in Deutschland

Neben den 16 Bundesländern verfügen auch die einzelnen Regierungsbezirke, Landkreise und Gemeinden über eigene Flaggen als Hoheitszeichen. Bereits im Mittelalter durften die Städte mit dem Stadtrecht auch ein eigenes Wappen führen. Daraus wurden in der Folgezeit auch die Stadtfarben abgeleitet, die später für die Gestaltung der Stadtflaggen verwendet wurden. Die bekanntesten Beispiele dafür waren die Flaggen der Hansestädte.

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Österreich (Quelle: Bild von Kaufex auf Pixabay)

Rot-Weiß-Rot in den Alpen

Die Flagge Österreichs in ihrer heutigen Form wurde am 12. November 1918 eingeführt. Die Farben Rot-Weiß-Rot leiten sich aus dem sogenannten "Bindenschild" aus dem frühen 13. Jahrhundert ab. 1786 wurde die heutige österreichische Flagge erstmals als Kriegs- und Marineflagge in der gesamten Habsburgermonarchie eingeführt. Das Kaisertum Österreich verfügte indes über eine eigene Flagge. 

Zudem zeigt die heutige Dienstflagge des Bundes das österreichische Bundeswappen, welches gleichmäßig in die beiden roten Streifen der Nationalflagge hineinreicht. Die Dienstflagge steht laut Wappengesetz nur dem Bundespräsidenten, den Präsidenten des Nationalrates, dem Vorsitzenden des Bundesrates, dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten des Rechnungshofes, den Mitgliedern der Bundesregierung und den Staatssekretären, den Mitgliedern der Volksanwaltschaft, dem Landeshauptmann als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung, den Behörden, Ämtern, Anstalten und sonstigen Dienststellen des Bundes, sowie den Österreichischen Bundesforsten, dem Bundesheer, sowie den Universitäten und Hochschulen zu.

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Schweiz (Quelle: Bild von Kaufex auf Pixabay)

 Das Schweizerkreuz im Quadrat

Die Schweizer Flagge zeigt ein aufrechtes, freistehendes weißes griechisches Kreuz auf rotem Grund – das Schweizerkreuz. Allerdings wird bei den Eidgenossen statt des Begriffes "Flagge" von "Schweizer Fahne" zu verwenden. Die heutige quadratische Flagge wurde 1840 geschaffen und im Jahre 1848 mit der neuen Verfassung nach dem "Sonderbundkrieg" (1847) offiziell eingeführt. Mit dem Bundesbeschluss vom 12. Dezember 1889 wurde die Form des Kreuzes ein wenig verändert.

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Liechtenstein (Quelle: Bild von Kaufex auf Pixabay)

Die Flagge Liechtensteins ist Blau und Rot waagerecht gestreift, mit einem goldenem Fürstenhut im Obereck. Der Fürstenhut steht für die Einheit von Volk, Fürstenhaus und Staat. In dieser Form ist die Flagge seit 1937 in Gebrauch. Blau symbolisiert den Himmel und erinnert an das blaue Band des Rheins. Rot soll für die abendlichen Feuer (oder das Feuer der Erde) stehen und an die Flagge des Fürsten (Gold-Rot) erinnern.

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Nationalflaggen in Skandinavien

Nordische Farben: Das skandinavische Kreuz

Das skandinavische Kreuz findet sich vor allem in den Flaggen der nordeuropäischen Staaten von Skandinavien wieder. In der Heraldik der Begriff Philippuskreuz gebräuchlich. Eine andere Bezeichnung ist Kreuz des Nordens in Analogie zum Sternbild Kreuz des Südens, das mehrfach in Nationalflaggen gezeigt wird. 

Die dänische Flagge wird als "Dannebrog" (dänisch: Flagge der Dänen) bezeichnet. Sie ist wahrscheinlich die älteste und seit ihrer Einführung unverändert gebliebene Flagge der Welt. Die Farben stammen aus dem Wappen, das ein weißes, rot umrandetes Kreuz auf einem geviertelten Schild darstellt. Der Legende nach entstand sie am 15. Juni 1219, als König Waldemar II. (122-1241) in der Schlacht von Lyndanisse - dem heutigen Tallinn - gegen die heidnischen Esten kämpfte. Als der Krieg schon so gut wie verloren schien, soll eine große Flagge vom Himmel gefallen sein und die Esten vernichtet haben. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der Kaiserlichen Kriegsflagge des Heiligen Römischen Reichs, die seit dem 12. Jahrhundert in der Form "silbernes (weißes) Kreuz auf rotem Grund" belegt ist. Andere führen sie auf die Fahne des Johanniterordens zurück.

Die Flagge Finnlands wurde am 29. Mai 1918 offiziell als Symbol des skandinavischen Landes angenommen. Über den Ursprung der Flagge gibt es unterschiedliche Aussagen. Sie entstand bereits in der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts. Als Schöpfer der Flagge werden die Künstler Eero Snellman und Bruno Tuukkanen genannt, aber auch der Dichter Sakari Topelius genannt. Die Farben sollen den Schnee und die Seen Finnlands symbolisieren.

Die Flagge von Island wurde 1913 entworfen und noch im gleichen Jahr vom Parlament angenommen. Blau steht dabei für das Meer, Weiß für Eis und Schnee und Rot für die Vulkane des Landes. Zudem soll die rote Farbe innerhalb des skandinavischen Kreuzes auch auf die historischen Verbindungen zu Dänemark hinweisen.

In Norwegen wurde die Flagge am 17. Juli 1821 gegründet. Das norwegische Kreuz wird auf die Unabhängigkeitsbestrebungen im 19. Jahrhundert zurück geführt. Die Flagge entstand durch Auflegen eines blauen Kreuzes auf das weiße Kreuz des dänischen "Danebrog". Die Farben Blau, Weiß und Rot sollten zudem an die französische Trikolore erinnern. 

Eine Folge war auch der Flaggenstreit mit Schweden: Dieser bezeichne den Streit während der norwegisch-schwedischen Union im 19. Jahrhundert über eine eigene norwegische Flagge. Er erreichte seinen Höhepunkt 1895 und war neben dem Kampf um eine eigene konsularische Vertretung im Ausland der Kristallisationspunkt norwegischer Politik seit der Trennung von Dänemark im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 bis zur Auflösung der schwedisch-norwegischen Union 1905.

In Schweden orientiert sich die Flagge des Landes am dänischen "Dannebrog". Sie ist nicht nur das Symbol des schwedischen Königreiches, sondern auch das königliche Hoheitszeichen. Offiziell eingeführt wurde die schwedische Flagge am 22. Juni 1906. Die Farben gehen auf das Drei-Kronen-Wappen zurück. Laut Flaggenprotokoll wird die Flagge wird vom 1. März bis 31. Oktober um acht Uhr gehisst - an den übrigen Tagen um neun Uhr. Bei Sonnenuntergang muss die Flagge wieder eingeholt werden - spätestens jedoch um 21 Uhr. Im Zivilbereich sind diese militärischen Regeln lediglich als Richtlinie zu verstehen. Für Gebiete nördlich des Polarkreises gelten besondere Bestimmungen.

Flaggen der autonomen Gebiete in Skandinavien

Die Flagge der Ålands wurde am 7. April 1954 angenommen. Der blaue Hintergrund mit dem gelben Kreuz stellt die Zugehörigkeit zu Schweden dar, die schwedische Kultur und die schwedische Abstammung. Das rote Kreuz auf gelbem Kreuz sind die schwedischen Farben für Finnland und die Farben des finnischen Staatswappens: ein gelber Löwe auf rotem Grund.

Die heutige Flagge der Färöer wurde im Juni 1919 von färöischen Studenten in Kopenhagen entworfen. Offiziell eingeführt wurde sie allerdings erst am 25. April 1940. Das Design leitet sich aus der Flagge Norwegens ab.

In Grönland wurde die heutige Flagge am 21. Juni 1985 angenommen. Sie zeigt zwei waagerechte Streifen in Weiß und Rot und eine farblich umgekehrte Scheibe in der Mitte, die in Richtung Mast verschoben ist. Es sind die Farben Dänemarks, wobei das Weiß für das Eis steht und das Rot für die Sonne.

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Großbritannien (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)
Der "Union Jack" in Großbritannien

Der "Union Jack" wurde in seiner Form am 1. Januar 1801 als Nationalflagge von Großbritannien eingeführt. Hintergrund war die Act of Union von 1800, mit der das Vereinigte Königreich in seiner heutigen Form gegründet wurde. Die Flagge symbolisiert demnach die Union von England, Schottland und Irland. Die drei Kreuze repräsentieren die Schutzheiligen der drei Königreiche der Britischen Inseln

Während die Flagge Englands das Georgkreuz darstellt, besteht die Flagge Schottlands aus einem weißen Andreaskreuz auf blauem Grund. Ergänzt wird der Union Jack durch das Kreuz des Heiligen Patrick, dem Nationalheiligen von Irland.  Das irische Patrickskreuz geht auf das Jahr 1783 und König Georg III.  (1760-1801) zurück, der dieses Symbol für Irland geschaffen hat. Bei der Flagge von Wales handelt es sich um walisischen roten Drachen auf einem weißen und grünen Streifen.

Im Jahr 1864 hat Großbritannien zudem ein eigenes Flaggensystem eingeführt:

  • Handelsschiffe tragen einen "Red Ensign": Dabei handelt es sich um eine rote Flagge mit dem Union Jack in der oberen Ecke.
  • Dienstschiffe einen "Blue Ensign" (Regierungsflagge) -  eine blaue Flagge mit dem Union Jack in der oberen Ecke.
  • Kriegsschiffe tragen demnach ein einen sogenannten "White Ensign" (Marineflagge) - eine weiße Flagge oft mit durchgehendem roten Georgskreuz und mit dem Union Jack in der oberen Ecke.
  • Zudem wurde vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert das "Green Ensign" für irische Handelsschiffe gesetzt. Es besteht aus dem Union Jack in der oberen Ecke und der irischen Harfe (dem Nationalsymbol Irlands) auf grünem Grund.

Zudem wurde es den britischen Kolonien und abhängigen Gebieten erlaubt, das "Blue Ensign" mit einem eigenen Wappen zu ergänzen. In einigen Fällen - wie zum Beispiel in Südafrika oder Kanada - wurde das "Red Ensign" mit der Unabhängigkeit zur Nationalflagge erklärt.  Des Weiteren behielten zahlreiche ehemalige Kolonien des Vereinigen Königreiche den Union Jack in ihren Nationalflaggen bei, darunter unter anderem Australien, Fidschi, Neuseeland oder Tuvalu sowie die Cook-Inseln und Niue.

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Überseegebiete von Großbritannien

Die 14 britischen Überseegebiete ("British Overseas Territories") liegen meist außerhalb Europas und sind kein Teil des Vereinigten Königreiches, unterstehen aber der britischen Souveränität. Durch "British Overseas Territories Act 2002" wurde allen Staatsbürgern der britischen Überseegebiete - mit Ausnahme der souveränen Militärbasen Akrotiri und Dekelia auf Zypern - zum 21. Mai 2002 die volle britische Staatsbürgerschaft zugesprochen.

Nationalflaggen mit dem britischen Union Jack

Australien (Quelle: Bild von Miguel Á. Padriñán auf Pixabay)

Die Nationalflagge von Australien wurde am 22. Mai 1909 auf der Basis des Blue Ensign eingeführt und trägt den Spitznamen "Kreuz des Südens". Der Commonwealth Star symbolisiert die sechs Bundesstaaten und Territorien des Landes. Das Kreuz des Südens steht für Australiens Lage in der südlichen Hemisphäre und ist seit Urzeiten den Aborigines des Landes bekannt und spielt in deren zahlreichen traditionellen Legenden eine Rolle. Auch die einzelnen Flaggen der australischen Bundesstaaten und Territorien sind meist nach dem ähnlichen Prinzip aufgebaut.

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Neuseeland (Quelle: Bild von Miguel Á. Padriñán auf Pixabay)

Auch die Flagge von Neuseeland basiert auf dem britischen Blue Ensign. Sie wurde im Rahmen des New Zealand Ensign Act am 12. Juni 1902 zur offiziellen Nationalflagge des ozeanischen Staates erklärt. Die roten Sterne stellen das Sternbild "Kreuz des Südens" dar, das Neuseelands Lage auf der Südhalbkugel zum Ausdruck bringen soll. Es handelt sich hierbei nicht um ein symmetrisch angeordnetes Kreuz.

Die Sterne auf der Flagge der Cook-Inseln auf dem britischen Blue Ensign sollen die 15 Inseln des Landes symbolisieren. Der Union Jack soll auf die historische Verbundenheit mit Neuseeland und auf die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations hinweisen. Das Blau symbolisiert den ausgedehnten Pazifischen Ozean, der die Inseln umgibt, und soll auf die friedliche Natur der Einwohner hinweisen. Die Flagge wurde offiziell am 4. August 1979 eingeführt.

Die Flagge des pazifischen Inselstaates Fidschi wurde offiziell am 10. Oktober 1970 angenommen. Das hellere Blau soll mutmaßlich das Meer symbolisieren. Das Wappenschild zeigt außer dem roten Georgkreuz und dem britischen Löwen landwirtschaftliche Produkte (Zuckerrohr, Kokospalme, Bananen) und eine Taube. Die Taube ist das Symbol und Wappentier des alten Königreiches Fidschi. Auf dem kompletten Staatswappen ist oberhalb des Wappenschildes noch ein Auslegerkanu zu sehen, und links und rechts des Wappens zwei Eingeborene als Schildhalter mit traditionellen Waffen.

Die Flagge von Niue wurde im Oktober 1974 eingeführt und ist die einzige Flagge britischen Typs mit einem gelben Grundtuch. Der Stern in der Mitte des Union Jack steht für Niue selbst, die vier kleineren Sterne stehen für Neuseeland. Der Union Jack erinnert an die früheren Bindungen zu Großbritannien. Die Farbe Gelb steht für die Sonne und die Loyalität der Insel gegenüber Neuseeland.

In Tuvalu wurde die Nationalflagge nach der Unabhängigkeit 1978 eingeführt. Die Sterne stehen für die neun Inseln, aus denen Tuvalu besteht. Deren Anordnung ist dabei geographisch korrekt.

Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

"Stars and Stripes" in den USA

Die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wird auch Sternenbanner ("Star-Spangled Banner") oder "Stars and Stripes" genannt. besteht aus sieben weißen und sechs roten Streifen, welche für die 13 Gründungsstaaten stehen. Ergänzt wird sie durch ein dunkelblaues Flaggenfeld mit 50 Sternen, welche die 50 Bundestaaten der USA symbolisieren sollen. Die heutige Fassung wurde am 4. Juli 1960 eingeführt.

Die Farben Blau, Weiß und Rot haben ihren Ursprung im britischen "Union Jack", der sogar noch ein Jahr lang (bis 1777) in der Flagge der USA zu sehen war. Heute haben die Farben der US-Flagge folgende Bedeutung: Blau steht für Gerechtigkeit und Ausdauer, Weiß für Reinheit und Bescheidenheit und Rot für Stärke und Mut.

Zudem ist das Sternenbanner der USA auch das Vorbild für einige Nationalflaggen anderer Länder rund um den Globus - darunter für Chile, Kuba, Liberia, Malaysia und Uruguay. Auch das US-Außengebiet Puerto Rico hat sich das Sternenbanner der Vereinigten Staaten zum Vorbild genommen.

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Außengebiete der USA
Die Außengebiete der USA sind Gebiete, die zu keinem Bundesstaat der Vereinigten Staaten gehören und auch sonst politisch nicht in den Bund eingebunden zu sein. Alle Außengebiete sind Territorien, die aus Inseln und Inselgruppen gehören. 

Dazu gehören außerdem die frei assoziierten, aber souveränen Staaten Marshallinseln, Föderierte Staaten von Mikronesien und Palau. Die pazifischen Inselstaaten sind heute durch jeweilige Assoziierungsabkommen mit den USA verbunden. Die Vereinigten Staaten hatten von 1947 bis 1994 das UN-Treuhandgebiet der Pazifischen Inseln verwaltet, aus denen die drei heutigen Staaten entstanden sind. Zuvor war es Mandatsgebiet, das vom Völkerbund an das Japan vergeben wurde (Japanisches Südseemandat).

Die Nationalflagge der Marshallinseln wurde am 1. Mai 1979 eigeführt und zeigt zwei diagonal verlaufende Streifen in Orange und Weiß auf blauem Grund, Die blaue Grundfarbe symbolisiert den Pazifik, das Orange steht für die Ralik-Inseln und für Mut, Weiß für die Ratak-Inseln und für Helligkeit, Licht und Frieden. Der orange-weiße Streifen zeigt aufwärts und weitet sich, was steigenden Wohlstand und Lebensfreude auf den Inseln bedeuten soll. Der Stern symbolisiert das christliche Kruzifix. Die vier Hauptstrahlen des Sterns sind Symbole für die vier Hauptinseln, die zwanzig kleineren stehen für die kleineren Inseln.

In Mikronesien wurde die heutige Nationalflagge am 30. November 1978 offiziell eingeführt. Sie ist an die Flagge des ehemaligen UN-Treuhandgebietes angelehnt und zeigt vier weiße fünfzackige Sterne auf hellblauem Grund. Die vier Sterne verkörpern die vier Bundesstaaten mit jeweils eigenen Flaggen: Chuuk, Kosrae, Pohnpei und Yap. Blau steht für Freiheit, Treue und für den Pazifischen Ozean. Die Farbe Weiß soll das friedliche Zusammenleben der melanesischen Bevölkerungsgruppen symbolisieren.

Die Flagge Palaus wurde am 13. Juni 1980 offiziell eingeführt und zeigt eine gelbe, zum Mast hin verschobene Scheibe auf einem hellblauen Grundtuch. Das Blau symbolisiert den Ozean und Kontinuität. Die Scheibe ist ein Sinnbild des Mondes und steht für den vegetativen Zyklus und den rituellen Mondzyklus und für den Aufstieg Palaus zu einer unabhängigen Nation.

Sonderweg der Südstaaten: Konföderierte Staaten von Amerika (CSA)

1861 gründeten elf der südlichen US-Bundestaaten die "Konföderierten Staaten von Amerika". In den vier Jahren ihrer Existenz (bis 1865) hatte der Staatenbund sechs verschiedene Nationalflaggen, die nach ihren Motiven als "Stars and Bars" ("Sterne und Balken"), "Stainless Banner" ("Makelloses Banner") und "Blood-Stained Banner" ("Blutbeflecktes Banner") bezeichnet werden. Die vier anfänglichen Stars-and-Bars-Flaggen orientierten sich dabei in ihren Motiven an der Flagge der USA.

Heute gilt die konföderierte Kriegsflagge inzwischen weithin als Symbol der Sklaverei und des Rassismus. Gleichzeitig sehen aber weltweit bestimmte Jugendszenen und Subkulturen in der "Rebellenfahne" ein Zeichen der Unangepasstheit und des Individualismus.

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Kanada (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Kanada: Das Nationalsymbol Ahornblatt

Die heutige Nationalflagge von Kanada wurde erstmals am 15. Februar 1965 gehisst. Sie besteht aus drei senkrechten Streifen in Rot, Weiß und Rot. In der Mitte des weißen Streifens befindet sich zudem ein rotes Ahornblatt. Die Flagge soll die Lage Kanadas zwischen den Weltmeeren Pazifik und Atlantik verdeutlichen, die das Land im Westen und Osten begrenzen. Das Ahornblatt ist seit mehr als 100 Jahren in Gebrauch und gilt heute als Kanadas nationales Wahrzeichen.

Die Farben Rot und Weiß wurden bereits am 21. November 1921 durch ein königliches Patent zu den offiziellen Landesfarben Kanadas erklärt. Umgangssprachlich wird die kanadische Nationalflagge auch "Maple Leaf Flag" ("Ahornblattflagge") bzw. auf französisch auch "l'Unifolié" ("die Einblättrige‘) genannt.

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Mexiko (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)

Mexiko: Wurzeln der Azteken

Die Flagge von Mexiko ähnelt stark der italienischen Trikolore. Sie wurde 1822 per Dekret zur Flagge des Ersten Mexikanischen Kaiserreichs (1821-1823) bestimmt und durchlief seither zahlreiche gestalterische Veränderungen. Die heutige Nationalflagge wurde am 16. September 1968 eingeführt und am 24. Februar 1984 durch ein Gesetz bestätigt. Die Farbe Grün symbolisiert die Unabhängigkeit, Weiß die Reinheit der Religion und Rot (spanische Nationalfarbe) die Einigkeit, bzw. die Vereinigung des mexikanischen und spanischen Blutes.

Zudem wird die Flagge im weißen Mittelstreifen durch das Wappen Mexikos ergänzt. Es zeigt einen Adler auf einem Kaktus (einer "Opuntia") auf einem Felsen in einem See, der eine Schlange in den Krallen hält. Es bezieht sich auf die legendäre Gründung der Azteken-Hauptstadt Tenochtitlán (heute: Mexiko-Stadt) im Jahr 1325, deren Lage von den Göttern durch einen Adler mit einer Schlange im Schnabel angezeigt worden sein soll.

Frankreich (Quelle: Bild von Kaufdex auf Pixabay)
Trikolore: Die erste Nationalflagge der Geschichte

Die Flagge von Frankreich gilt heute als bekannteste "Trikolore" und wurde erstmals 1794 zur Nationalflagge erklärt. Sie gilt als die erste und bekannteste Nationalflagge der Welt und diente vielen Flaggen der Welt als Vorbild. Die Farben Blau, Weiß und Rot haben ihren Ursprung in der Kombination der Farben von Paris (Blau und Rot) mit dem Weiß der Bourbonen. Andere Historiker vertreten jedoch die Ansicht, dass das Rot für die Oriflamme - das Banner von Saint Denis de Paris, des Schutzheiligen des französischen Kaiserreiches - stehe und Blau für die Farbe des Mantels des französischen Königs. Gleichzeitig ist sie auch die Nationalflagge der französischen Überseegebiete bzw. Übersee-Départements.

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Französische Überseegebiete

Die französischen Überseegebiete ("La France d’outre-mer") sind Teile des französischen Staatsgebiets außerhalb Europas. Alle Überseegebiete sind französisches Staatsgebiet. Zudem sind die bewohnten Überseegebiete in beiden Kammern des französischen Parlaments vertreten.

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